Warum Belohnungen so wichtig sind!


Die Kunst, unliebsame Aufgaben vor sich herzuschieben, wird in diesem Journal aus den unterschiedlichen Per-
spektiven angepackt. Hier will ich dir zeigen, wie du deinen inneren Schweinehund ganz einfach austricksen kannst – indem du dir selber etwas Gutes tust.

Vieles, das erledigt werden muss, ist einfach eine Frage der Pflicht oder der Vernunft. Doch bei aller Einsicht fragen wir uns (bewusst oder unbewusst): Was habe ich davon? Muss das sein? Lohnt sich der Einsatz? All das ist nichts anderes als die Frage nach einer Belohnung – am liebsten natürlich eine, die ich sofort spüre. Doch das Gemeine an Dingen ist ja, dass sie keine Belohnung beinhalten, schon gar keine direkte.

Dinge, die man unterlässt, sind einfach nicht mehr da. Und was nicht da ist, das sehe ich nicht. Wenn ich nicht mehr in der Nase bohre, dann hab ich mir was abgewöhnt. Aber keiner lobt mich dafür – Lob als Ausbleiben von Tadel ist eine blöde Sache. 

Anderes Beispiel. Ich muss mir bewusst machen, dass ich Fenster geputzt habe. Als mich die Schlieren genervt haben, war es sichtbar, der Erfolg hingegen ist unsichtbar. 

Noch eins. Wenn ich Bammel vorm Zahnarzt habe, dann weiß ich, dass ich trotzdem regelmäßig hingehen sollte. Doch selbst wenn „Er hat überhaupt nicht gebohrt“
kommt, so ist das keine tolle Belohnung. Es war einfach
nur vernünftig. 

Als Antrieb ist all das ziemlich mau, oder? Gibt es nicht eine Art der Motivation, die nicht nur auf Vernunft setzt? 

Die Antwort lautet: Ja, belohne dich einfach, wie und womit, das kannst du dir aussuchen. Denn das hat sich seit deiner Kindheit nicht geändert: Es ist egal, wie viel deine Belohnung mit der Sache zu tun hat, Hauptsache, sie macht dir Freude. D.h., du kannst für jedes geputzte Fenster einmal Candy Crush spielen. Und nach überstandenem Zahnarztbesuch darfst du shoppen gehen. Funktioniert! 

Wichtig ist, dass eine Belohnung sinnvoll ist.  

a) Sie muss angemessen sein. Für zehn Liegestütze wäre ein
    Urlaub etwas übertrieben.

b) Sie sollte machbar oder erreichbar sein. Nichts ist schlimmer, als etwas zu schaffen und dann die versprochene Belohnung nicht bekommen zu können. 

c) Sie darf nicht im Widerspruch zum Plan stehen. Wer abnehmen will, muss sich nicht unbedingt mit Schukolade belohnen.

d) Belohnungen sollte nicht inflationär eingesetzt werden. Zuerst wird es immer größer, teurer, besser und irgendwann wirkt es gar nicht mehr.

Und vergiss eines nicht: Erkenne die Sache selbst an! Viele Fortschritte und erreichte Ziele sind in sich selbst schon Belohnungen. Wenn du mehr Sport machst – was gibt es Schöneres als deine verbesserte Form? 

Aber für die tückischen Momente ist es gut, wenn du ein paar Ideen für kleine, mittlere und große Belohnungen parat hast – viel Erfolg! 

 

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