Schneller lesen lernen?


Schneller lesen lernen in Rekordzeit? Das geht dank Speed Reading!

„Zeit ist Geld“ heißt es so oft. Und selbst, wenn es nicht immer in barer Münze berechnet wird, ist Zeit zumindest wertvoll, denn Deine Lebenszeit ist begrenzt. Gerade beim Lernen werden wir von unserer Feinmotorik ausgebremst. Dabei könnte das Gehirn die Infos sehr viel schneller absorbieren. Was das bringt? Ein interessanter Text kann schneller gelesen werden und wiederholtes Lesen macht das Lernen effektiver. Wie man seine Lesegeschwindigkeit in kürzester Zeit um bis zu 300 Prozent steigern kann, hat der Autor Tim Ferriss gekonnt erklärt. Wir erklären es Dir.

Das Problem: Die Feinmotorik

„Bleib fokussiert!“ ist ein häufiger Rat – und Tim Ferriss meint das wörtlich. Untrainierte Leser lassen ihren Blick beim Lesen abschweifen. Die Augenbewegungen führen dazu, dass man unwillkürlich hin- und herspringt und unbewusst bereits Gelesenes wiederholt, weil man den Faden verloren hat. Dieser Zeitverlust macht bis zu dreißig Prozent der gesamten Lesedauer aus! Hier hast Du also ein gewaltiges Optimierungspotential. Beheben lässt sich das durch Konditionierung der Feinmotorik und des horizontalen Blickfeldes. Dadurch wirst Du nicht mehr nur das erfassen, was im zentralen Blickfeld liegt, sondern auch deine periphere Sehkraft zum Lesen nutzen können. Auf diese Weise fixierst Du schließlich nicht mehr nur ein Wort, sondern erfasst bis zu 50 Prozent aller Worte in einer Zeile auf einmal. Nimm Dir eine Stoppuhr und ein Buch, das sich flach auf den Tisch aufschlagen lässt. Los geht’s!

So erlernt man die Technik für das Speed Reading

Wie viele Wörter pro Minute liest Du? Das lässt sich durchs Zählen von Wörtern pro Zeile und Zeilen pro Seite bei einem Text hochrechnen. Diesen Wert gilt es später zu verbessern. Lies den Text wie gewohnt und schreibe auf, wie viele Wörter es in einer Minute waren. Anschließend geht das Training los. Um das Abschweifen des Blicks beim Lesen zu verhindern, setzt man am besten einen einfachen Stift als Lesehilfe ein – das geht auch mit einem Finger, aber der Stift ist effektiver. Er dient nicht nur dazu, „die Spur zu halten“, sondern auch als Taktgeber, denn Du willst ja die Geschwindigkeit erhöhen. Um deine Augen darauf zu trainieren, den peripheren Fokus „auf Linie“ zu halten, trainierst Du zwei Minuten lang, den Text mit den Augen abzufahren, indem Du die Spitze des Stifts als Ankerpunkt nimmst. Du solltest mit dem Stift pro Sekunde eine Zeile abfahren. Das gilt unabhängig davon, ob Du den Text wirklich erfassen kannst – es geht um Training! Nach zwei Minuten folgt eine dreiminütige Phase, in der Du die Geschwindigkeit um das doppelte erhöhst, also zwei Zeilen pro Sekunde. Bleib auf jeden Fall bei der Geschwindigkeit, konzentriere Dich aber dennoch auf die Übung und schweife nicht mit den Gedanken ab.

Die Perspektive erweitern – im wahrsten Sinne des Wortes

Nachdem die Technik sitzt, solltest Du etwas für deine periphere Wahrnehmung tun. Die Information am Rand zu erfassen, ist die Kunst beim Erhöhen der Lesegeschwindigkeit. Mit unserem Taktgeber fahren wir jetzt den Text mit einer kontinuierlichen Geschwindigkeit von einer Zeile pro Sekunde ab. Dabei konzentrierst Du dich aber nicht auf das erste und letzte Wort in der Zeile, sondern auf das zweite und vorletzte Wort. Das Textverständnis ist noch unwichtig. Im nächsten Durchgang beginnen und enden wir beim drittletzten Wort. Zu guter Letzt erweitern wir dies auf vier Wörter und erhöhen die Geschwindigkeit auf zwei Zeilen pro Sekunde.

Jetzt geht es erst los

Du verstehst nichts vom Text? Kein Problem, darum ging es beim Training für das Speed Reading auch nicht. Es ging nur darum, die Reflexe und die Feinmotorik zu trainieren. Stelle die Stoppuhr auf eine Minute und lies den Test-Text nach der erlernten Technik, passe die Geschwindigkeit aber so an, dass Du den Textinhalt gerade noch erfassen kannst. Nach einer Minute vergleichst Du die Werte von vor und nach dem Training. Hat sich Deine Lesegeschwindigkeit verbessert? Prima! Und bedenke, dass das nur ein kurzes Training war, das Du natürlich optimieren und intensivieren kannst. Ziele und Fortschritte kannst Du übrigens bestens mit dem Change Journal erfassen und verfolgen. Und natürlich noch viel mehr. Ändere dein Leben nicht nur, sondern mache es besser!

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